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Kirchlicher Pflegedienst Kurpfalz e.V.

Unsicherheit beim Pflegegrad?

Viele Angehörige stehen vor dem gleichen Problem: Der Termin beim Medizinischen Dienst dauert meist 60 bis 90 Minuten. Und wichtige Dinge aus dem Alltag werden vergessen oder nicht richtig dargestellt.

Das kann dazu führen, dass der Pflegegrad zu niedrig ausfällt. Obwohl im Alltag deutlich mehr Unterstützung nötig ist.

Genau dabei hilft dieses Pflegetagebuch.

Es unterstützt Sie dabei, den tatsächlichen Pflegeaufwand über mehrere Tage festzuhalten. Nachvollziehbar, strukturiert und realistisch.

Pflegetagebuch: kostenlos zum Download

Dieses Pflegetagebuch hilft Ihnen, den Pflegealltag übersichtlich zu dokumentieren. Mit konkreten Tätigkeiten, Zeitangaben und wichtigen Besonderheiten.

  • 14 Tagesblätter zur einfachen Dokumentation
  • Erklärung der wichtigsten Begriffe
  • Checkliste für Einflussfaktoren
  • Ausgefülltes Muster zur Orientierung
Schon wenige Tage geben einen guten Überblick. Zwei Wochen sind ideal.
PDF herunterladen (ca. 1 MB)

So kann ein Eintrag aussehen

Das folgende Beispiel zeigt, wie ein typischer Tag dokumentiert werden kann. Sie sehen daran, wie konkret und hilfreich die Einträge für den Gutachter sind.

Ein kostenloses Hilfsmittel für Angehörige & Klienten

Mein
Pflegetagebuch

Vorbereitung auf die Pflegebegutachtung

durch den Medizinischen Dienst (MD) · Medicproof

Kirchlicher Pflegedienst Kurpfalz e.V.

Hildastraße 4a · 68723 Schwetzingen  ·  Scheffelstraße 11 · 69214 Eppelheim

06202 / 27680 · 06221 / 7392980 · www.pflegedienst-kurpfalz.de

„Wir sind für Sie da. Verlässlich, wertschätzend und nah.“

Warum ein Pflegetagebuch?

Der Medizinische Dienst (MD) bzw. bei Privatversicherten Medicproof entscheidet in einem Hausbesuch über den Pflegegrad. Dieser Termin dauert oft nur 60–90 Minuten. Und in dieser kurzen Zeit kann ein realistischer Eindruck vom tatsächlichen Hilfebedarf nur dann entstehen, wenn Sie den Gutachter mit konkreten, nachvollziehbaren Informationen versorgen.

Genau dafür ist dieses Pflegetagebuch da. Es hilft Ihnen, im Alltag zu beobachten und aufzuschreiben:

  • Welche Tätigkeiten fallen täglich an?
  • Wie viel Hilfe ist dabei nötig. Nur Anleitung, teilweise Unterstützung oder vollständige Übernahme?
  • Wie lange dauert die jeweilige Hilfe?
  • Zu welcher Tageszeit tritt der Bedarf auf (auch nachts)?
  • Welche Besonderheiten gibt es (Schluckstörungen, Verwirrtheit, Schmerzen, Sturzgefahr, nächtliche Unruhe)?
Empfohlene Führungsdauer: 2 Wochen
So entsteht ein ausgewogenes Bild, das auch „gute“ und „schlechte“ Tage abdeckt. Kürzere Zeiträume (z. B. 1 Woche) sind möglich, aber weniger aussagekräftig.

Weitere Vorbereitung auf den Begutachtungstermin

Legen Sie bitte zusätzlich bereit:

  • Aktueller Medikamentenplan (vom Hausarzt)
  • Arztbriefe: aktuellste sowie relevante ältere Befunde
  • Krankenhaus-Entlassungsbriefe & pflegerischer Entlassbrief, falls vorhanden
  • Facharzt-Befunde (Neurologie, Kardiologie, Orthopädie). gerade auch ältere, die Vorerkrankungen belegen
  • Bisherige Pflegedokumentation vorhandener Pflegedienste, Tagespflege oder Hausbesuchsdienste
  • Übersicht über Hilfsmittel (Rollator, Pflegebett, Hausnotruf etc.)
Wichtig: Halten Sie am Termin einen Lichtbildausweis der pflegebedürftigen Person bereit. Und: Sorgen Sie dafür, dass Angehörige dabei sind, die den Alltag kennen. Sie ergänzen, was die Person vergisst oder aus Scham verschweigt (z. B. Inkontinenz, nächtliche Unruhe, Verwirrtheit).

Dieses Tagebuch dient ausschließlich zu Informations- und Vorbereitungszwecken. Es ersetzt nicht die Beratung durch einen Pflegedienst, die Pflegekasse, einen Pflegestützpunkt oder den Hausarzt.

Wie trage ich richtig in das Tagebuch ein?

1. Datum und Wochentag

  • Beginnen Sie jeden Eintrag mit dem aktuellen Datum und Wochentag, damit eine klare zeitliche Zuordnung möglich ist.
  • Summieren Sie am Ende die Minuten der geleisteten Hilfen für den Tag. Das macht den Aufwand sichtbar.

2. Aktivitäten und Hilfsleistungen

In der ersten Spalte finden Sie die relevanten Tätigkeiten. Kreuzen Sie an, welche Art von Hilfe nötig ist:

Anleitung

Die Person führt die Handlung selbst aus, wird dabei aber mündlich angeleitet („jetzt den Arm heben“, „zuerst die rechte Seite“) und in den Handlungsschritten unterstützt.

Unterstützung

Die Person führt die Handlung selbst aus, wird aber beim Vor- oder Nachbereiten unterstützt. Beispiel: wäscht sich selbst, braucht aber Hilfe beim Einlassen der Wanne, Vorbereiten der Utensilien.

Teilweise Übernahme

Die Person kann Teile der Handlung selbst ausführen, braucht aber bei anderen Teilen vollständige Übernahme. Beispiel: wäscht Oberkörper selbst, Unterkörper wird gewaschen.

Vollständige Übernahme

Die Person kann die Handlung aus körperlichen oder kognitiven Gründen nicht selbst durchführen. Die Aktivität wird komplett übernommen, z. B. Verbandswechsel.

Tipp: Seien Sie ehrlich und konkret. Wenn Unsicherheit besteht, ob „Unterstützung“ oder „Teilweise Übernahme“ passt. Notieren Sie beide Einschätzungen. Der Gutachter kann daraus ein Bild gewinnen.

Wie trage ich richtig in das Tagebuch ein?

Fortsetzung

3. Erbringungszeitpunkt (Tageszeit)

  • Tragen Sie ein, wann die Hilfe erbracht wurde.
  • Die ungefähre Dauer in Minuten kommt in die passende Spalte: Morgens, Mittags, Nachmittags, Abends, Nachts (22:00–06:00 Uhr).
  • Wenn eine Tätigkeit mehrfach am Tag anfällt (z. B. mehrere Toilettengänge), tragen Sie die Gesamtdauer der jeweiligen Tageszeit ein.

4. Notizen

  • Nutzen Sie die Notiz-Spalte für zusätzliche Informationen, z. B.:
    • „Ganzkörperpflege im Bett“ vs. „am Waschbecken“
    • „Schluckstörung. Eindickung der Nahrung nötig“
    • „Verbandswechsel am Bein“
    • „Einlage in der Nacht gewechselt“
  • Auch verwendete Hilfsmittel können hier eingetragen werden (Rollator, Duschstuhl, Pflegebett …).

5. Besonderheiten des Tages

  • Am Ende jeder Tagesseite gibt es ein Freitext-Feld für allgemeine Auffälligkeiten:
  • Zum Beispiel: Schmerzepisoden, Unruhe, Verwirrtheit, Stürze, Streit über Pflegehandlungen, Arzttermine.
  • Auch positive Beobachtungen dürfen eingetragen werden. Etwa: „Heute guter Tag, weniger Hilfe nötig“.

6. Muster ansehen

Ein ausgefülltes Muster-Tagesblatt finden Sie auf den letzten Seiten des Tagebuchs. Es zeigt, wie konkret und detailliert Ihre Einträge sein dürfen. Und was für den Gutachter hilfreich ist.

Wichtig zum Schluss: Ein durchschnittlicher Tag spiegelt den Alltag besser wider als ein besonders guter oder schlechter. Viele Pflegebedürftige strengen sich beim Termin unbewusst an, „nicht schwach zu wirken“. Das Tagebuch hilft, ein realistisches Gesamtbild zu zeigen. Über zwei Wochen statt nur über 90 Minuten.

Stammdaten

Pflegebedürftige Person

Name, Vorname
Geburtsdatum
Anschrift (Straße, PLZ, Ort)
Telefon

Pflegekasse / Versicherung

Name der Pflege-/Krankenkasse
Versicherten-Nr.
Beantragt wird

Dokumentationszeitraum

von
bis
Begutachtungstermin (falls bekannt)

Pflegende Angehörige / Betreuungspersonen

Wer ist an der Pflege beteiligt? (Name, Verhältnis zur Person, ggf. Wohnort)

Wichtige Diagnosen / Erkrankungen

z. B. Schlaganfall, Demenz, Parkinson, Herzinsuffizienz, Diabetes, chronische Wunden

Vorhandene Hilfsmittel

Einflussfaktoren auf den Pflegebedarf

Kreuzen Sie an, was auf die pflegebedürftige Person zutrifft. Diese Punkte helfen dem Gutachter, den Gesamtkontext der Pflegesituation zu verstehen. Über die reinen Tätigkeiten hinaus.

Die pflegebedürftige Person …

Weitere Besonderheiten (freier Text)

Tagesblatt: Tag 1

Datum & Wochentag
Summe geleistete Minuten
Aktivität / Hilfsleistung Anleitung Unterstützung Teilw. Übernahme Volle Übernahme Morgens Mittags Nachmittags Abends Nachts (22–06) Notizen
Körperpflege
Ganzkörperwäsche
Teilwäsche
Duschen / Baden
Zahn- / Mund- / Prothesenpflege
Haare / Rasieren / Hautpflege
An- / Auskleiden
Ausscheidung
Toilettengang (Begleitung)
Inkontinenz-Material wechseln
Katheter- / Stoma-Versorgung
Ernährung
Zubereitung der Mahlzeit
Essen zurechtlegen / anreichen
Trinken / Sondennahrung
Mobilität
Aufstehen / zu Bett gehen
Umlagern / Positionswechsel
Transfer Bett ↔ Stuhl / Rollstuhl
Gehen / Stehen / Treppen
Begleitung außer Haus / Termine
Hauswirtschaftliche Versorgung
Einkaufen / Besorgungen
Wäsche / Kleidung
Reinigung Wohnung / Geschirr
Medikation & medizinische Versorgung
Medikamente stellen / geben
Injektion / BZ-Messung
Verband / Wunde / Kompression
Besonderheiten des Tages

Schmerzen, Stürze, Unruhe, Verwirrtheit, gute Phasen, nächtliche Ereignisse, Arzttermine, Stimmung, Schlaf …

Weitere Betreuungspersonen

An der Versorgung und Betreuung sind außerdem beteiligt …

Aus dem privaten Umfeld

Professionelle oder ehrenamtliche Angebote

Allgemeine Besonderheiten

Folgendes möchte ich dem Gutachter zusätzlich mitteilen (Platz für freie Notizen):

Muster

Muster: ausgefülltes Tagesblatt

Beispiel: Frau M., 82 Jahre, nach Hüft-OP vor 6 Wochen. Leichte Gedächtnisprobleme, unsicher auf den Beinen. Pflege übernimmt die Tochter, unterstützt am Wochenende vom Ehemann.

Datum & Wochentag
Montag, 15.06.2026
Summe geleistete Minuten
245 Min.
Aktivität / Hilfsleistung Anleitung Unterstützung Teilw. Übernahme Volle Übernahme Morgens Mittags Nachmittags Abends Nachts (22–06) Notizen
Körperpflege
Teilwäsche×15am Waschbecken; Unterkörper übern.
Zahn- / Mund- / Prothesenpflege×55Prothese oben & unten
Haare / Rasieren / Hautpflege×20Haare 1× pro Woche
An- / Auskleiden×205Thrombosestrümpfe anziehen
Ausscheidung
Toilettengang (Begleitung)×55555Toilettensitzerhöhung
Inkontinenz-Material wechseln×55Einlage in der Nacht
Ernährung
Zubereitung der Mahlzeit×103010Mittags warm
Essen zurechtlegen / anreichen×555zurechtschneiden
Mobilität
Aufstehen / zu Bett gehen×1010Haltegriff am Bett
Umlagern / Positionswechsel×101× in der Nacht
Gehen / Stehen / Treppen×5555Rollator; Sturzgefahr
Begleitung außer Haus / Termine×60Arzttermin
Hauswirtschaftliche Versorgung
Wäsche / Kleidung×20 
Reinigung Wohnung / Geschirr×103010Bad & Küche
Medikation & medizinische Versorgung
Medikamente stellen / geben×55Dispenser, Erinnerung nötig
Besonderheiten des Tages
Gegen 3 Uhr nachts unruhig, nach Wasserlassen wieder eingeschlafen. Nachmittags leichte Schmerzen in der Hüfte, Schmerzmittel nach Plan.

Pflegetagebuch herunterladen

Laden Sie das Pflegetagebuch kostenlos herunter und nutzen Sie es zur Vorbereitung auf den Termin mit dem Medizinischen Dienst.

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Wenn Sie unsicher sind, ob Sie alles richtig erfassen oder Fragen zur Vorbereitung haben, unterstützen wir Sie gerne.

Rufen Sie uns an unter 06202 / 27680 (Schwetzingen) oder 06221 / 7392980 (Eppelheim). wir nehmen uns Zeit für Ihr Anliegen.

© Kirchlicher Pflegedienst Kurpfalz e.V. · Das Pflegetagebuch ist zur persönlichen Nutzung kostenlos.

Tipps für den Begutachtungstermin

Am wichtigsten: Sie dürfen ehrlich sein. Der Gutachter ist nicht Gegner, sondern muss eine Einstufung vornehmen, die zur tatsächlichen Situation passt. Nur mit offenen Informationen kann er seine Arbeit gut machen.

Vor dem Termin

  • Pflegetagebuch konsequent führen: mindestens 1, besser 2 Wochen vor dem Termin.
  • Unterlagen vorbereiten: Medikamentenplan, Arztbriefe, Entlassungsbriefe, Facharzt-Befunde, Hilfsmittel-Liste. Alles griffbereit auf einem Stapel.
  • Angehörige oder Vertrauenspersonen einladen, die den Alltag kennen. Idealerweise mindestens eine Person, die beim Termin dabei ist.
  • Lichtbildausweis der pflegebedürftigen Person bereitlegen.

Am Termin selbst

  • Offen antworten: auch zu heiklen Themen wie Inkontinenz, Verwirrtheit, nächtlicher Unruhe oder Unsicherheiten bei der Pflege. Das sind pflegerelevante Informationen.
  • Den ganz normalen Tag schildern: weder den besten noch den schlechtesten. Viele Betroffene strengen sich beim Termin unbewusst an und wirken dadurch selbstständiger, als sie im Alltag tatsächlich sind.
  • Das Zuhause so lassen, wie es ist: ohne extra Aufräumen oder Kaffeevorbereitung. Ein Haushalt im Alltagszustand gibt ein realistisches Bild.
  • Pflegetagebuch übergeben oder daraus zitieren, wenn Fragen unklar sind.
  • Rückfragen stellen: Fragen Sie, was Sie nicht verstehen. Der Gutachter erklärt in der Regel gerne.

Nach dem Termin

  • Sie erhalten den Pflegegrad-Bescheid binnen 25 Arbeitstagen von der Pflegekasse.
  • Wenn die Einstufung aus Ihrer Sicht nicht zum Alltag passt, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Gerne beraten wir Sie dabei.
  • Das ausführliche Gutachten können Sie bei der Pflegekasse anfordern. Es zeigt nachvollziehbar, welche Punkte in welchem Modul vergeben wurden.
Wir helfen Ihnen gerne: Ob vor dem Termin zur Vorbereitung, beim Termin als Begleitung oder später beim Widerspruch. Unsere kostenlose Erstberatung bei uns im Büro, telefonisch oder bei Ihnen zu Hause ist unverbindlich. Rufen Sie einfach an: 06202 / 27680 oder 06221 / 7392980.
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Wir sind für Sie da.

Unsere kostenlose Erstberatung nimmt sich Zeit für Ihre Situation. Ob es um den Pflegegrad-Antrag, einen Widerspruch oder allgemeine Fragen zur Pflege geht. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns einfach an.

Unsere Leistungen im Überblick

✓ Häusliche Pflege & Grundpflege
✓ Medizinische Behandlungspflege
✓ Tagespflege (Plankstadt)
✓ WG für Menschen mit Demenz
✓ Verhinderungs- & Palliativpflege
✓ Betreuungs-Cafés „Vergissmeinnicht“
✓ Beratungsbesuche nach § 37.3
✓ Kostenlose Pflegeschulungen

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Stand: 2026 · Dieses Pflegetagebuch wird kostenlos zur Verfügung gestellt.
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